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LANDSCHAFTSPFLEGEVERBAND OBERALLGÄU-KEMPTEN E. V.
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Renaturierung im Untermaiselsteiner Wasenmoos

12/2/2026

 
Südlich von Untermaiselstein laufen aktuell Renaturierungsarbeiten im 5 Hektar großen Wasenmoos, welches bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bis auf den Süd-Westrand abgetorft und als Streuwiese genutzt wurde. Durch diese Nutzungsform wurde die Hydrologie des Moores massiv verändert, dafür sind artenreiche Pfeifengraswiesen entstanden, in denen dank der späten Mahd spätblühende Arten wie der Teufelsabbiss und der Schwalbenwurz-Enzian einen wertvollen Lebensraum gefunden haben. Auch zahlreiche gefährdete Arten wie das Sumpf-Herzblatt, Sumpf-Stendelwurz, Gefleckte Smaragdlibelle und sogar stark gefährdete Arten wie den Enzian-Ameisenbläuling beherbergt das Moor. Der Großteil der ehemaligen Streuwiesen ist aber verbracht. 
Für den Torfabbau wurden einst Rechte an die Dorfgemeinschaft vergeben, so wurde die Allmendfläche in 17 Parzellen aufgeteilt. Die Nachfolger der Rechtler, die es einst abbauten, haben sich nun mit der Gemeinde, dem Forstamt, der Regierung von Schwaben und dem Landschaftspflegeverband zusammengeschlossen, um das Moor zu renaturieren. So ist auf Initiative von Gemeinderatmitglied Gerhard Honold und Revierförster Thomas Schneid ein Moorschutzprojekt über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie ins Leben gerufen worden, bei dem im noch lichteren westlichen Bereich auf 0,65 Hektar eine Streuwiese wiederhergestellt, der Moorwald aufgelichtet und die noch nicht verlandeten Grabenabschnitte angestaut werden.
Für die Rodung der Streuwiese und die Moorwaldauflichtung ist in den vergangenen Wochen bereits ein umfangreicher Holzeinschlag erfolgt. Den Frost nutzend haben in geballter Kraft Bernhard Hage mit Rückepferd Luggi, Forstbetrieb Finsterer mit Spezialmaschinen und die Gebrüder Kolb auch aus schwer zugänglichem Moorgelände mit viel Geschick die erforderlichen Bäume geborgen. Es folgen noch Aufräumarbeiten, die Fräsung von Wurzelstöcken im Streuwiesenbereich sowie der Bau von ca. 50 Torfdämmen entlang der Gräben im Moorwald. Da die invasive Kanadische Goldrute bereits einen größeren Teil der Brachfläche überwuchert hat, wird zu deren Bekämpfung ein Teilbereich der Streuwiese früh im Sommer gemäht. Die restliche Mahd erfolgt im Herbst.
Die Maßnahmen wirken dem weiteren Torfschwund im Wasenmoos entgegen und ermöglichen eine Regeneration des Moores und damit die Fixierung von Kohlendioxid. Neben dem Klimaschutz dient die Renaturierung auch dem Hochwasserschutz, der bei zunehmenden Starkregenereignissen in der Alpenrand-Staulage immer relevanter wird. Darüber hinaus werden wertvolle Moor-Lebensräume sowohl im Offenland als auch im Moorwald für bedrohte Arten optimiert und mit der Wiederherstellung von Streuwiesenbereichen auch ein kulturhistorisch wertvolles Element der traditionellen Allgäuer Kulturlandschaft erhalten. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten, die das Projekt möglich machen!

Sicherung wertvoller Streuwiesen - durch EFRE-Förderung

29/1/2026

 
Aufgrund der inzwischen allgemein bekannten, angespannten bayerischen Haushaltslage und der damit verbundenen Fördermittelknappheit in der Landschaftspflege, die bereits letztes Jahr dazu geführt hat, dass einige unserer Projektkulissen gar nicht oder nur unzureichend gepflegt werden konnten, haben wir nach alternativen Fördermöglichkeiten Ausschau gehalten. Mit dem bayerischen EFRE-Programm (Europäische Fonds für regionale Entwicklung in Bayern) haben wir dabei eine ausgezeichnete Möglichkeit gefunden, um einige unserer besonders wertvollen Streuwiesen im Oberallgäu, in deren Wiederherstellung und Pflege in den letzten Jahren bereits viel Arbeitskraft und Geld geflossen sind, mit ausreichend Budget für eine naturschutzfachlich sinnvolle Pflege zu sichern. 
Ziel des Projekts ist der Erhalt und die fachgerechte Pflege wertvoller Moore und Streuwiesen im Oberallgäu, die für den Biotopverbund und die Biodiversität von zentraler Bedeutung sind. Durch gezielte Maßnahmen werden wichtige Lebensräume gesichert, Schutzgebiete gestärkt und zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten dauerhaft erhalten.
Unser herzlicher Dank gilt dem Freistaat Bayern und der europäischen Union für die Co-Finanzierung, sowie der Regierung von Schwaben und dem zuständigen Ministerium für die gute und konstruktive Zusammenarbeit bei der Antragstellung.
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Landschaftspflege kostet Kraft und Geld - Appell zur Finanzierungssicherung in unserer Kulturlandschaft

4/11/2025

 
Ein Filmteam des Bayerischen Rundfunks hat am vergangenen Donnerstag einen unserer Landschaftspflegetrupps im Kempter Wald begleitet. Dort werden im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes Oberallgäu-Kempten e. V. rund 1,5 Hektar Feuchtwiesen auf sieben Teilflächen zum Schutz des Blauschillernden Feuerfalters gemäht. Die Flächen sind kleinteilig, sehr feucht, schwer zugänglich, aber ökologisch besonders wertvoll und für den in Bayern stark gefährdeten Falter überlebensnotwendig.
Finanziert werden die Maßnahmen über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie, mit dem Ziel, die letzten Vorkommen und Lebensräume für den Feuerfalter zu schützen.
Auch Rolf Eberhardt vom Naturpark Nagelfluhkette war bei den Dreharbeiten mit dabei – stellvertretend für alle Partner, die sich im Oberallgäu gemeinsam für den Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft einsetzen.

Den Fernsehbeitrag des Bayerischen Rundfunks können Sie hier ansehen:
Abendschau vom 31.10.2025, ab Minute 4:00 Uhr

Eine breite Allianz aus dem Oberallgäu befürchtet, dass die Gelder für VNP und LNPR künftig knapp werden könnten und haben sich deshalb mit einem Positionspapier an den Bayerischen Ministerpräsidenten gewandt.
Zu den Unterzeichnern gehören der Alpwirtschaftliche Verein im Oberallgäu e. V., der Bayerische Bauernverband – Kreisverband Oberallgäu, die Bayerischen Staatsforsten – Forstbetrieb Sonthofen, der Bund Naturschutz – Kreisgruppe Oberallgäu, der Landkreis Oberallgäu, der Naturpark Nagelfluhkette sowie wir, der Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten e. V.
Hintergrund ist die geplante Haushaltskürzung, die sowohl das Vertragsnaturschutzprogramm als auch die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie betreffen könnte. Eine Reduzierung der Fördermittel würde die erfolgreiche Naturschutzarbeit der vergangenen Jahre erheblich gefährden und beispielsweise auch den Fortbestand des Blauschillernden Feuerfalters.

Biodiversität braucht Politikwechsel: Wir fordern faire Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Natur

15/10/2025

 
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Ein breites Bündnis aus Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Naturschutz und Wissenschaft hat heute einen umfassenden "Call for action" an politische Entscheidungstragende auf EU-, Bundes- und Landesebene versandt. Darin fordern wir die grundlegende Verbesserungen der Rahmenbedingungen für wirksamen Insekten- und Biodiversitätsschutz auf Landschaftsebene (für weitere Infos oben klicken).

Streuobstwiesenfest in Wildpoldsried

11/10/2025

 
Am vergangenen Samstag lud die Gemeinde Wildpoldsried gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Oberallgäu – Kempten e.V. und dem Obst- und Gartenbauverein zu einem Streuobstwiesenfest ein – das besonders für Kinder viele spannende Angebote bereithielt.
Zahlreiche Bürger*innen aus Wildpoldsried und der Umgebung kamen zusammen und verbrachten einen unterhaltsamen und lehrreichen Tag rund um das Thema Streuobst.
Die Eröffnung übernahmen Bürgermeisterin Renate Schön, MdL Joachim Konrad (Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands) sowie Bernd Brunner, Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau. Sie begrüßten die zahlreichen Besucher*innen und wünschten einen spannenden Tag.


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Entbuschungsaktion mit den Azubis der VR-Bank Kempten-Oberallgäu

10/10/2025

 

Ordentlich Hand angelegt haben die Azubis der VR-Bank Kempten-Oberallgäu im Rahmen einer Entbuschungsaktion im Betzigauer Moos am 01. und 02. Oktober. Die Biotopfläche am östlichen Rand des Moores auf Kemptener Flur gelegen, wurde ehemals als Streuwiese genutzt und ist über die letzten Jahrzehnte zugewachsen, wodurch die schützenswerte Offenlandflora- und fauna extrem rückläufig ist. Durch wiederholte Entbuschungsaktionen soll der halboffene Charakter erweitert werden und Achsen für Schmetterlinge und co geschaffen werden. 
Ein herzliches Dankeschön an die fleißigen Helferinnen und Helfer! 

Erfolgskontrolle am Notzenweiher

8/10/2025

 
Am Notzenweiher traf sich die neue Bürgermeisterin von Betzigau, Frau Lässer-Dorn, mit Leonie Schaefer und Kathrin Schratt vom Landschaftspflegeverband, um sich vor Ort einen Eindruck von den laufenden Landschaftspflegemaßnahmen im Gemeindegebiet zu verschaffen.
Leonie Schaefer berichtete über die zahlreichen Erfolge der vergangenen zehn Jahre, in denen gemeinsam mit Landwirten wertvolle Flächen rund um den Weiher aufgewertet werden konnten. Im Fokus des Ortstermins standen die Maßnahmen am Ost- und Westufer, die sich derzeit noch in der Pflege befinden und für Arten, wie den Blauschillernden Feuerfalter  mittels Pflegemahd aufgewertet werden.
Besonders die Streuwiese am Ostufer, die seit 2020 in Pflege ist und sich prächtig entwickelt hat, zeigte die positiven Effekte der Landschaftspflege. Hier konnten verschiedene typische Streuwiesenarten wie Blutwurz und Teufelsabbiss bestaunt werden.
Leider konnte die Fläche in diesem Jahr aufgrund begrenzter Fördermittel nicht gemäht werden. Es bleibt zu hoffen, dass in den kommenden Jahren wieder mehr Mittel zur Verfügung stehen, um auch diese wichtige Pflege fortzuführen.
Frau Bürgermeisterin Lässer-Dorn zeigte sich begeistert und ist erfreut über die Schätze in Ihrem Gemeindegebiet.

Tag des offenen Naturpark

4/10/2025

 
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Auch dieses Jahr waren wir mit unserem Streuespiel und Infos zu artenreichem Grünland wieder auf dem Tag des offenen Naturparks am 04. Oktober vertreten. Zahlreiche Kinder durchwühlten begeistert die Streue auf der Suche nach dem Schwalbenwurzenzian, dem Teufelsabbiss, dem Enzian-Ameisenbläuling oder einem Landschaftspfleger mitsamt Motormäher.

Wir laden ein zum STREUOBST-WIESENTAG in Wildpoldsried

12/9/2025

 

Die Gemeinde Wildpoldsried veranstaltet in diesem Jahr gemeinsam mit zahlreichen Partnern einen Streuobstwiesentag. Rund um das WiWaLaMoor laden vielfältige Aktionen und Stände ein – von regionalen Köstlichkeiten über Mitmachangebote bis hin zu spannenden Informationen zur Obstsortenvielfalt.

Der Landschaftspflegeverband bietet zusammen mit dem Kreisfachberater Bernd Brunner im Rahmen des Festes eine Erkundungstour in die Streuobstwiese am WiWaLaMoor an. Dabei lassen sich die unterschiedlichen Facetten dieses besonderen Lebensraums mit allen Sinnen erleben: Was braucht ein Apfelbaum zum Wachsen, welche Tiere finden hier ein Zuhause und weshalb ist die Sortenvielfalt für den Menschen so wertvoll.

Die abwechslungsreiche Tour für Groß und Klein starten jeweils um 10:30 Uhr und um 12:30 Uhr.

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Unsere Landschaft, unsere Verantwortung

10/9/2025

 
„WIR machen Landschaft“ – hinter diesem WIR steht nicht nur der Landschaftspflegeverband, sondern vor allem zahlreiche fleißige Landschaftspfleger, Älpler und Landwirte, ohne die unsere Landschaft heute wesentlich eintöniger aussehen würde. Sowohl die traditionelle Alp,- als auch die extensive Talwirtschaft sind für den Erhalt unserer strukturreichen und vielfältigen Kulturlandschaft und somit der Lebensräume zahlreicher bedrohter Arten von großer Bedeutung. Denn ein Großteil unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten benötigt extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden. Um diese Zusammenhänge zu verstehen, müssen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen, zu den Zeiten als große Pflanzenfresser wie Wisente und Auerochsen durch 
Mitteleuropa streiften und – unterstützt durch natürliche Dynamiken wie z.B. Lawinen – ein strukturreiches Mosaik aus Wald und Offenflächen schafften. Später wurden diese Offenflächen dann vor allem durch den Menschen gefördert, indem er Großweidetiere durch domestizierte Weidetiere ersetzte, die Wiesen und Weiden offenhielten. Im gleichen Atemzug nahm auf den genutzten Flächen die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren zu, die offene Lebensräume besiedelten und bis heute auf eine Offenhaltung und Vernetzung ihrer Habitate angewiesen sind. Bis heute ist unser Landschaftsbild maßgeblich durch diese Prozesse geprägt und davon abhängig, dass z.B. Weideflächen durch angepasste Beweidung nicht zu sehr verbuschen, artenreiche Magerrasen einmal im Sommer oder Streuwiesen einmal im Herbst gemäht werden.
Wir, als Landschaftspflegeverband können bei der Wiederherstellung solch naturschutzfachlich bedeutender Lebensräume unterstützen, doch eine Langfristigkeit haben diese Maßnahmen nur, wenn sie Hand in Hand mit einer angepassten Beweidung/ langfristigen Bewirtschaftung gehen. Daher ein riesengroßer Dank an alle Landwirte und Älpler, die sich Tag für Tag mühsam dafür einsetzen, dass unsere Landschaft so vielfältig und artenreich bleibt, wie wir sie kennen und lieben… und der klare Aufruf, sie dabei zu unterstützen, dass sie diese, für uns alle bedeutende Arbeit weiterhin leisten können!
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