Die Wiederherstellung der Biotopfläche in Vocken ist eine Zusammenarbeit der Naturschutzgruppe Altusried, der Gemeinde Altusried, des Grundeigentümers Thomas Heberle von Clay Pit Stables, des Büffelbesitzers Christian Haigermoser, des Sponsors Primavera Life GmbH, der unteren Naturschutzbehörde und des Landschaftspflegeverbandes.
Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Wahl eines neuen Rechnungsprüfers. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Dr. Sabine Rödel für ihr langjähriges Engagement in diesem Amt. Zugleich freuen wir uns über die Wahl von André Eckardt, der künftig gemeinsam mit Florian Schmid, der sein Amt fortsetzt, diese Aufgabe übernehmen wird.
Ein weiterer Höhepunkt dieses Jahr wird unser 30-jähriges Jubiläum am 13. Juni im Vereins-Stadel in Unterjoch, mit einem bunten Programm aus spannenden Fachvorträgen rund um Naturschutz und Landschaftspflege, Maschinenvorführungen und kurzweiligen Exkursionen für alle Interessierten. Ein besonderer Dank geht an alle Mitglieder, Kooperationspartner und Landschaftspfleger ohne deren Unterstützung all dies nicht möglich wäre.
Das seit 2021 laufende Projekt hat zum Ziel, wertvolle Streuwiesenlebensräume rund um den Bachtelweiher wieder herzustellen und weiterzuentwickeln. In den vergangenen Jahren wurden bereits zahlreiche Maßnahmen von ortsansässigen Landschaftspflegern umgesetzt, für die mehrere hundert Arbeitsstunden, Spezialtechnik und Fördermittel eingesetzt wurden. 2025 wurde das Projekt aufgrund der Fördermittelknappheit von der Regierung von Schwaben nicht weiter gefördert, weshalb der Landschaftspflegeverband sich über die Unterstützung des Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Herrn Hold freut. Denn die Fortführung der Pflege ist für die Weiterentwicklung entscheidend: Ohne regelmäßige Maßnahmen würde Schilf wieder vordringen und die wertvollen Streuwiesenarten verdrängen.
Mit der gesicherten Finanzierung kann die Entwicklungspflege in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Ziel ist es, artenreiche Streuwiesen zu entwickeln, die künftig dauerhaft extensiv von Landwirten bewirtschaftet werden können. Zusätzlich plant der LPV gemeinsam mit einem Landwirt den Einsatz von Wasserbüffeln zur zeitweisen Beweidung der feuchten Flächen. Die Tiere sollen dabei helfen, den Schilf zurückzudrängen und wertvolle Lebensräume langfristig zu sichern. Mehr Details gibt es in der Pressemitteilung der Freien Wähler zum Nachlesen. Hier finden Sie den zugehörigen Zeitungsartikel: Bald Wasserbüffel am Bachtelweiher, mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung.
Südlich von Untermaiselstein laufen aktuell Renaturierungsarbeiten im 5 Hektar großen Wasenmoos, welches bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bis auf den Süd-Westrand abgetorft und als Streuwiese genutzt wurde. Durch diese Nutzungsform wurde die Hydrologie des Moores massiv verändert, dafür sind artenreiche Pfeifengraswiesen entstanden, in denen dank der späten Mahd spätblühende Arten wie der Teufelsabbiss und der Schwalbenwurz-Enzian einen wertvollen Lebensraum gefunden haben. Auch zahlreiche gefährdete Arten wie das Sumpf-Herzblatt, Sumpf-Stendelwurz, Gefleckte Smaragdlibelle und sogar stark gefährdete Arten wie den Enzian-Ameisenbläuling beherbergt das Moor. Der Großteil der ehemaligen Streuwiesen ist aber verbracht.
Für den Torfabbau wurden einst Rechte an die Dorfgemeinschaft vergeben, so wurde die Allmendfläche in 17 Parzellen aufgeteilt. Die Nachfolger der Rechtler, die es einst abbauten, haben sich nun mit der Gemeinde, dem Forstamt, der Regierung von Schwaben und dem Landschaftspflegeverband zusammengeschlossen, um das Moor zu renaturieren. So ist auf Initiative von Gemeinderatmitglied Gerhard Honold und Revierförster Thomas Schneid ein Moorschutzprojekt über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie ins Leben gerufen worden, bei dem im noch lichteren westlichen Bereich auf 0,65 Hektar eine Streuwiese wiederhergestellt, der Moorwald aufgelichtet und die noch nicht verlandeten Grabenabschnitte angestaut werden. Für die Rodung der Streuwiese und die Moorwaldauflichtung ist in den vergangenen Wochen bereits ein umfangreicher Holzeinschlag erfolgt. Den Frost nutzend haben in geballter Kraft Bernhard Hage mit Rückepferd Luggi, Forstbetrieb Finsterer mit Spezialmaschinen und die Gebrüder Kolb auch aus schwer zugänglichem Moorgelände mit viel Geschick die erforderlichen Bäume geborgen. Es folgen noch Aufräumarbeiten, die Fräsung von Wurzelstöcken im Streuwiesenbereich sowie der Bau von ca. 50 Torfdämmen entlang der Gräben im Moorwald. Da die invasive Kanadische Goldrute bereits einen größeren Teil der Brachfläche überwuchert hat, wird zu deren Bekämpfung ein Teilbereich der Streuwiese früh im Sommer gemäht. Die restliche Mahd erfolgt im Herbst. Die Maßnahmen wirken dem weiteren Torfschwund im Wasenmoos entgegen und ermöglichen eine Regeneration des Moores und damit die Fixierung von Kohlendioxid. Neben dem Klimaschutz dient die Renaturierung auch dem Hochwasserschutz, der bei zunehmenden Starkregenereignissen in der Alpenrand-Staulage immer relevanter wird. Darüber hinaus werden wertvolle Moor-Lebensräume sowohl im Offenland als auch im Moorwald für bedrohte Arten optimiert und mit der Wiederherstellung von Streuwiesenbereichen auch ein kulturhistorisch wertvolles Element der traditionellen Allgäuer Kulturlandschaft erhalten. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten, die das Projekt möglich machen! Aufgrund der inzwischen allgemein bekannten, angespannten bayerischen Haushaltslage und der damit verbundenen Fördermittelknappheit in der Landschaftspflege, die bereits letztes Jahr dazu geführt hat, dass einige unserer Projektkulissen gar nicht oder nur unzureichend gepflegt werden konnten, haben wir nach alternativen Fördermöglichkeiten Ausschau gehalten. Mit dem bayerischen EFRE-Programm (Europäische Fonds für regionale Entwicklung in Bayern) haben wir dabei eine ausgezeichnete Möglichkeit gefunden, um einige unserer besonders wertvollen Streuwiesen im Oberallgäu, in deren Wiederherstellung und Pflege in den letzten Jahren bereits viel Arbeitskraft und Geld geflossen sind, mit ausreichend Budget für eine naturschutzfachlich sinnvolle Pflege zu sichern.
Ziel des Projekts ist der Erhalt und die fachgerechte Pflege wertvoller Moore und Streuwiesen im Oberallgäu, die für den Biotopverbund und die Biodiversität von zentraler Bedeutung sind. Durch gezielte Maßnahmen werden wichtige Lebensräume gesichert, Schutzgebiete gestärkt und zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten dauerhaft erhalten. Unser herzlicher Dank gilt dem Freistaat Bayern und der europäischen Union für die Co-Finanzierung, sowie der Regierung von Schwaben und dem zuständigen Ministerium für die gute und konstruktive Zusammenarbeit bei der Antragstellung.
Eine breite Allianz aus dem Oberallgäu befürchtet, dass die Gelder für VNP und LNPR künftig knapp werden könnten und haben sich deshalb mit einem Positionspapier an den Bayerischen Ministerpräsidenten gewandt.
Zu den Unterzeichnern gehören der Alpwirtschaftliche Verein im Oberallgäu e. V., der Bayerische Bauernverband – Kreisverband Oberallgäu, die Bayerischen Staatsforsten – Forstbetrieb Sonthofen, der Bund Naturschutz – Kreisgruppe Oberallgäu, der Landkreis Oberallgäu, der Naturpark Nagelfluhkette sowie wir, der Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten e. V. Hintergrund ist die geplante Haushaltskürzung, die sowohl das Vertragsnaturschutzprogramm als auch die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie betreffen könnte. Eine Reduzierung der Fördermittel würde die erfolgreiche Naturschutzarbeit der vergangenen Jahre erheblich gefährden und beispielsweise auch den Fortbestand des Blauschillernden Feuerfalters. Ein breites Bündnis aus Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Naturschutz und Wissenschaft hat heute einen umfassenden "Call for action" an politische Entscheidungstragende auf EU-, Bundes- und Landesebene versandt. Darin fordern wir die grundlegende Verbesserungen der Rahmenbedingungen für wirksamen Insekten- und Biodiversitätsschutz auf Landschaftsebene (für weitere Infos oben klicken).
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